Hunde bei Autismus

Für sechs Wochen hat uns Christian Tiesmeyer als Praktikant zur Seite gestanden. Unter anderem hat er sich um unsere Bibliografie verdient gemacht, und englische und deutsche Zusammenfassungen der Artikel erstellt. Der folgende Beitrag ist von ihm. Interessante Videos zum Thema Assistenzhund bei Autismus finden Sie hier.

Wie Hunde Familien mit autistischen Kindern unterstützen
Erst seit wenigen Jahren werden Assistenzhunde für Menschen mit Autismus ausgebildet. Autismus beschreibt eine Vielzahl an Entwicklungsstörungen und kann viele unterschiedliche Ausprägungen haben. Dazu gehören Schwierigkeiten im Sozialverhalten, Kommunikationsprobleme, Wahrnehmungsprobleme, Ängste und weitere Einschränkungen, die sich auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken.
Auch die Familien der Erkrankten werden vor große Herausforderungen gestellt. Der Alltag muss der Krankheit untergeordnet werden, was viel Zeit und Kraft kostet. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Individuelle Behandlungsmethoden können dabei helfen, die Krankheit einzudämmen und ein teilweise selbstständiges Leben zu ermöglichen. Meistens brauchen Betroffene jedoch ihr ganzes Leben lang Unterstützung und Hilfe.

Eltern schätzen Assistenzhunde
Kinder, die unter autistischen Störungen leiden und einen Assistenzhund besitzen, sind besser vor Umweltgefahren geschützt als autistische Kinder ohne Assistenzhunde. Das ist der Eindruck der Eltern autistischer Kinder. In einer wissenschaftlichen Studie wurde überprüft, wie Eltern von Kindern mit Autismus den Nutzen von Assistenzhunden beurteilen.

Eltern, deren Kind einen Assistenzhund hat, beobachteten, dass ihr Kind deutlich sicherer vor Umweltgefahren ist. Im Umgang mit ihrem Kind fühlten sie sich auch selbst deutlich kompetenter, wenn sie von einem Assistenzhund unterstützt wurden. Außerdem reagierte die Öffentlichkeit respektvoller und verständnisvoller gegenüber der Krankheit ihres Kindes. Neben diesen Auswirkungen nahmen die Eltern auch eine starke Befreiung von familiären Einschränkungen wahr. Assistenzhunde erleichtern nicht nur das Leben autistischer Kinder, sondern können das gesamte Familienleben verbessern.

Wie Assistenzhunde bei Autismus konkret helfen
Hunde werden speziell für die Begleitung von Autismus-Patienten ausgebildet und können mit ihren Fähigkeiten das Leben von Erkrankten und ihren Angehörigen in vielen Gesichtspunkten erleichtern. Sie lindern den Stress von Betroffenen und können für eine bessere Teilnahme am sozialen Leben sorgen, indem sie die Ängste vor vielen alltäglichen Aufgaben nehmen. Schon der Gang durch die Haustür kann bei Erkrankten Beklemmungen auslösen. Assistenzhunde helfen Autisten, sich an die Umwelt zu gewöhnen und sich stressfrei an unterschiedlichen Orten zu bewegen. Das wirkt sich dann auf viele andere Bereiche des Lebens aus. Betroffene bewegen sich mehr, gehen häufiger nach draußen, bauen mehr soziale Kontakte auf, zeigen bessere Leistungen in der Schule und schlafen ruhiger.
Verbesserungen der Lebensqualität, die auch die Angehörigen glücklich machen. Die häufig auftretende soziale Isolation von autistischen Kindern kann sich auch auf das Wohlbefinden der Eltern auswirken, die ihrem Kind gerne ein besseres Leben ermöglichen würden, aber nicht wissen, wie sie ihr Kind am besten fördern können. Oft helfen Hunde dabei, das soziale Verhalten von autistischen Kindern zu verbessern.

Assistenzhunde fördern die Sicherheit
Besonders wichtig ist zudem die Fähigkeit der Tiere, für die Sicherheit von autistischen Kindern zu sorgen. Bei der Verarbeitung von Umwelt- und Sinnesreizen kann es zu einer Reizüberflutung kommen, die die Erkrankten überfordert und hektisch werden lässt. An öffentlichen Plätzen oder im Straßenverkehr kann das besonders gefährlich werden. Assistenzhunde wirken beruhigend auf den Betroffenen ein und können wie ein Anker das hektische Weglaufen verhindern, indem sie ihr Gewicht verlagern, wenn sie plötzlich ein wildes Zerren an der Leine spüren. Vor einem Straßenübergang bleiben Hunde stehen, um Autisten auf potenzielle Gefahren aufmerksam zu machen, die sie aufgrund ihrer Wahrnehmungsstörung möglicherweise nicht erkennen. So müssen Familien ihre erkrankten Kinder nicht auf Schritt und Tritt begleiten und sich keine Sorgen über den Schulweg machen.

Zuhause sind sie in der Lage, autistischen Kindern den Ausgang nach draußen zu versperren, wenn das Kind unbemerkt das Haus verlassen will. Wenn ein Erkrankter dennoch von Angehörigen unbemerkt das Haus verlässt, gibt der Hund ein Signal, so dass schnell reagiert werden kann. Dies ist vor allem nachts besonders wichtig, wenn alle anderen Familienmitglieder schlafen und sich nicht durchgehend um den Erkrankten kümmern können.

Bedenken hatten Eltern in der Studie nur gegenüber der Pflege des Assistenzhundes, der natürlich auch Ansprüche an Auslauf und Pflege hat. Im Hinblick auf die Vorteile, die ein Assistenzhund einer Familie geben kann, wird dieser Aufwand allerdings als geringes Übel gesehen. Ein gut ausgebildeter Assistenzhund hilft, den Alltag in einer Familie, die von Autismus betroffen ist, leichter zu bewältigen und kann die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Familie fördern. Vor allem für den Erkrankten, aber auch für den Rest der Familie, ist ein Assistenzhund eine effektive Unterstützung und eine große Entlastung.

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