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Ein Assistenzhund für Sie?


Im Folgenden beantworten wir eine Reihe der Fragen, die Interessenten immer wieder an uns stellen. Ihnen gefällt unser Ansatz? Stellen Sie Ihren Antrag bitte hier. Ansonsten können weitere Fragen auch über Chat (rechte untere Ecke jeder Seite) gestellt werden.

Für unsere KlientInnen sind Pfotenpiloten-Assistenzhunde kostenfrei. Natürlich hat ein gut ausgebildeter Assistenzhund seinen Preis, besonders weil wir nicht nur die Ausbildung finanzieren, sondern auch die Langzeitbetreuung des Teams.

Hat sich ein Team gefunden, sammeln wir darum durch vielfältige Initiativen Spenden und Fördergelder.
Unsere in Gründung befindliche Stiftung Assistenzhund ermöglicht es Menschen außerdem, langfristig in die „tierisch menschliche“ Lösung Assistenzhund zu investieren.

Obwohl Selbstausbildung unter bestimmten Umständen eine gute Lösung ist, unterstützen wir Selbstausbildung in der Regel nicht.

Bei Fremdausbildung, wenn die Hunde also von den AusbilderInnen großgezogen werden und bis zum Ende der Ausbildung bei ihnen leben, haben unsere KlientInnen nämlich nicht die vielen Risiken, die mit Selbstausbildung einhergehen: Dass der Hund nicht gesund sein könnte, dass er Wesenszüge entwickelt, die ihn für seine große Aufgabe als Assistenzhund disqualifizieren, oder dass er — denn Hunde sind wie wir Persönlichkeiten mit eigenem Willen — einfach keine Freude an der Assistenzhund-Aufgabe hat.

Solange die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, können sich viele Menschen mit Einschränkungen einen fertig ausgebildeten Assistenzhund nicht leisten. Wir denken aber, die Lösung muss hier sein, eine kostenfreie Versorgung aufzubauen. Den Betroffenen zu vermitteln, Selbstausbildung sei eine gleichwertige Alternative, ohne von den Risiken zu sprechen, endet oft nach jahrelangen, aufreibendem Drama in Frustration. „Billig“ kann dann oft sehr teuer sein… ganz zu schweigen von den emotionalen Schäden, die mit einer gescheiterten Ausbildung einhergehen.

Dazu muss man wissen, dass selbst Ausbildungsstätten, die seit Jahrzehnten erfolgreich Assistenzhunde ausbilden, ihre eigene Zucht betreiben, und mit größter Expertise und Sorgfalt vorgehen, 30-60% der Junghunde aus der Ausbildung nehmen, weil sie den hohen Ansprüchen, die an einen Assistenzhund gestellt werden, nicht genügen. Bei einer Privatperson sind die Risiken naturgemäß höher.

Es gibt immer wieder „Experten“, die den Eindruck erwecken, sie könnten aus einem Wurf den zum Assistenzhund geeigneten Welpen heraussuchen. Oft lassen sie sich das auch teuer bezahlen. Leider gibt es solch einen Test nicht, wie eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien bewiesen haben. Bei gründlicher Beobachtung kann man eventuell Welpen ausscheiden, die vom Charakter her weniger geeignet scheinen (die ängstlichen und die übermäßig dominanten). Aber selbst hier kann der Blick in die Welpenkiste nicht wirklich voraussagen, wie sich der Hund in den nächsten 18 Monaten entwickeln wird. Man kann das genauso wenig vorhersagen, wie man beim Blick in eine menschliche Krabbelstube die zukünftige Karriere und Erfolge der Babies vorhersagen kann.

Unsere Assistenzhunde werden in unserem Netzwerk von erfahrenen AusbilderInnen ausgebildet. Unsere AusbilderInnen sind dabei komplett unabhängig und selbstständig. D. h., sie werden (genauso, wie das auch bei Blindenführhunden beim Kostenträger Krankenkasse der Fall ist) erst bezahlt, wenn sie eine umfassende Qualitätsprüfung bestanden haben. Diese Prüfung schließt u.a. einen ausführlichen Gesundheitscheck, Prüfung der Ausbildung und Prüfung des Teams in Theorie und Praxis ein.

Somit können wir unseren KlientInnen und Förderern garantieren, dass jeder Assistenzhund, der von uns gefördert und abgegeben wird, sehr hohen Standards genügt.

Wir habeneine Vielzahl von aussagestarken Videos zusammengetragen, die die Leistungen der Hunde bei 12 verschiedenen Einschränkungen anschaulich vermitteln.

Wie schon in den Videos deutlich wird, können Assistenzhunde bei vielen verschiedenen Einschränkungen helfen.
Da unsere Assistenzhunde immer gezielt für spezifische KlientInnen ausgebildet werden, wird Ihre AusbilderIn zu Beginn der Zusammenarbeit Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse mit Ihnen besprechen und gemeinsam einen Aufgabenkatalog als Grundlage der Ausbildung erstellen.

Wir planen, unsere ersten Assistenzhunde Ende 2017/Anfang 2018 abzugeben.

Zu diesem Zeitpunkt werden wir auch eine unabhängige Qualitätsprüfung einführen. Unabhängig ist die Prüfung, weil wir genauso wie unsere KlientInnen, AusbilderInnen und die Öffentlichkeit ein Interesse daran haben, dass alles seine Richtigkeit hat, wenn ein Team von uns gefördert wird.
Wir begleiten dabei aber nur die Abläufe und sehen zu, dass alles richtig abläuft. Die Prüfung orientiert sich an den Grundlagen, die vom Messerli Forschungsinstitut in Wien erarbeitet wurden. Sie umfasst:
1 – einen großen Gesundheitscheck mit Bestätigung durch einen zweiten tierärztlichen Gutachter.
2 – eine Qualitätsprüfung des Ausbildungsstands vom Hund vor Einweisung mit dem Klienten.
3 – eine praktische Teamprüfung, zweifelsfrei dokumentiert.
4 – eine theoretische Prüfung des zukünftigen Hundehalters.
5 – Bestätigung von AusbilderIn und KlientIn, langfristig für das Wohlergehen im Team zu kollaborieren.

Die eigentliche Beurteilung der Teams wird durch unabhängige Gutachter erstellt, die weder uns, noch den Ausbildungsstätten in keiner Weise verpflichtet sind. Hierbei hat ein Gutachter selbst Assistenzhunderfahrung, idealerweise mit einer vergleichbaren Einschränkung, während der andere eine kynologische Ausbildung hat, und darauf achtet, dass die Bedürfnisse des Hundes ebenso gewahrt werden wie die des Menschen.

Die Anforderungen, die wir an unsere KlientInnen stellen, sind in unseren Standards definiert.

Zunächst geht es darum, den Bedarf (Nachweis einer Behinderung von mindestens 50%) zu ermitteln. Dann helfen wir, zu klären, ob ein Assistenzhund ein geeigneter Weg ist, die Einschränkung auszugleichen. Wir unterstützen neue KlientInnen dabei, sich mit den Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen, und laden hierfür auch zu einem dreitägigen Seminar ein, wo sie sich ausgiebig in Theorie und Praxis mit dem Thema beschäftigen können.

Wichtig ist außerdem, dass unsere KlientInnen und ihre Familienmitglieder Hunde wirklich gern haben.
Die Kernfrage ist also immer: Würden Sie auch mit Hund leben wollen, wenn er Ihnen nicht das Leben erleichtern würde?

Schließlich müssen die Umstände für eine angemessene Haltung gegeben sein. Ein Hund braucht täglich mindestens 2 Stunden Auslauf und muss Gelegenheit haben, mit andern Hunden zu spielen. Ein Garten erfüllt dieses Kriterium nicht! Ebenso braucht er lange Ruhepausen zwischen Einsätzen (Hunde dösen oder schlafen ca. 18 Stunden am Tag!).

Vermieter und Mitbewohner müssen schriftlich einwilligen, ebenso wie der Arbeitgeber. Wir lehnen zum Beispiel auch ab, Hunde in Haushalte abzugeben, wo sie täglich viele Treppenstufen laufen müssten (Hüftschäden) oder wo stark geraucht wird (Passivrauchen ist für Türe noch schädlicher als für Menschen!).

Ein gutes Assistenzhundgespann ist ein Team, in dem Mensch und Hund partnerschaftlich füreinander sorgen. Dabei müssen die Bedürfnisse beider Seiten erfüllt sein. Damit Hunde hier zu ihrem Recht kommen, das sie ja nicht verbal einfordern können, sehen wir es als unsere Aufgabe, ihr Wohlergehen ebenso zu schützen wie das des Assistenzhundhalters. Unsere Langzeitbetreuung sorgt dafür, dass das Team mit harmonisch und erfolgreich zusammenlebt.

Pfotenpiloten bildet selbst keine Assistenzhunde aus, denn unser Qualitätsversprechen erwächst aus unserer Unabhängigkeit. Eine Ausbildungsstätte, die mit eigenen AusbilderInnen arbeitet, gerät im Zweifelsfall eher in Versuchung, bewusst oder unbewusst, auch einmal „alle fünfe gerade sein“ zu lassen.

Wir unterstützen die Prozesse, die für eine gute Assistenzhund-Versorgung nötig sind. Genauso wie das die Krankenkassen bei Blindenführhunden schon heute tun, fördern wir Teams aber erst nach einer bestandenen Gespannprüfung. Der Unterschied ist nur, dass unsere Prüfung von der des Messerli Forschungsinstituts in Wien inspiriert ist, das in Österreich staatlich finanziert in einer mehrteiligen Prüfung für gute Assistenzhundstandards sorgt.

Wir geben erfahrenen AusbilderInnen, die im Einklang mit unseren Standards arbeiten, die Möglichkeit, sich voll auf ihre Arbeit zu konzentrieren und bei erfolgreichem Abschluss eine angemessene Entlohnung zu erhalten. Bis zur erfolgreichen Prüfung eines Teams tragen jedoch die AusbilderInnen das volle Risiko und bürgen für die Qualität ihrer Arbeit.

Um probeweise in das Netzwerk aufgenommen zu werden, müssen AusbilderInnen einschlägige Erfahrung mit Assistenzhund-Ausbildung nachweisen sowie gemäß Par. 11 des TSchG als sachkundige AusbilderInnen zertifiziert sein. Ausschlaggebend für die Beurteilung einer Aufnahme sind immer Gespräche mit existierenden KlientInnen, denn diese können die Qualität der Versorgung am besten beurteilen.

AusbilderInnen, die fünf erfolgreiche Assistenzhundgespannteams für uns ausgebildet haben und positives Feedback von ihren KlientInnen erhalten, werden offiziell in das Netzwerk aufgenommen, und erhalten unser Qualitätssiegel. Erst in diesem Stadium werden sie auf unserer Webseite als offizielle Pfotenpiloten-Ausbilder gelistet. Zurzeit haben wir drei AusbilderInnnen in der Probephase.

Pfotenpiloten ist Anlaufstelle für KlientInnen und ermöglicht, dass man sich auf unseren 3-tägigen Seminaren ausführlich mit den AusbilderInnen austauschen kann. Die eigentliche Entscheidung, wer mit wem zusammen arbeiten möchte, welcher Hund und welche Hilfeleistungen ausgebildet werden, und alle Details auf dem Ausbildungsweg werden von KlientIn und AusbilderIn direkt miteinander vereinbart.

Nachdem die Details und der Aufgabenkatalog für die Ausbildung unterzeichnet sind, schickt die AusbilderIn uns ihren Kostenvoranschlag und wir beginnen bei Bewilligung mit der Planung der Förderung. Nach bestandener Gespannprüfung werden Assistenzhunde den Klienten auf Lebenszeit übergeben und die AusbilderInnen entlohnt. KlientInnen und AusbilderInnen bleiben auch weiterhin in regelmäßigem Kontakt, sodass das Team immer optimal betreut ist.

Nach bestandener Prüfung ziehen unsere Assistenzhunde auf Lebenszeit bei unseren KlientInnen ein. Alle Teams werden außerdem lebenslang von ihren AusbilderInnen betreut. Das stellt sicher, dass Problemchen frühzeitig erkannt und gelöst werden können, bevor sie zu größeren Problemen heranwachsen. Bei Gesundheitskrisen sorgen wir für temporäre Pflegestellen oder vermitteln z.B. einem Seniorhund ein neues Zuhause für seinen Ruhestand, wenn das so gewünscht ist.

Durch uns geförderte Assistenzhunde bleiben zeitlebens das Eigentum der Organisation.
Dies dient zum einen dem Zweck, die Kostenträger des Sozialsystems in die Förderung miteinbeziehen zu können.

Andererseits dient diese Maßnahme auch dem Schutz des Hundes, sollten sich die Umstände im Team negativ entwickeln. Kommt es zu einer solchen Krise, durch die das Wohlergehen des Hundes gefährdet ist, werden wir zunächst an einer konstruktiven Lösung arbeiten. Im Zweifelsfall ziehen wir hierzu auch unabhängige GutachterInnen hinzu. Lässt sich die Situation trotz mehrfacher, dokumentierter Versuche nicht verbessern, so kann eine Vorstandsversammlung nach Anhörung der beteiligten Parteien die Rücknahme des Hundes beschließen.

Leider gibt es schon jetzt eine lange Warteliste. Darum ist es uns leider nicht möglich, einen Assistenzhund definitiv zu versprechen, bevor nicht die Zusagen eines Ausbilders vorliegen. Auch genauere Angaben zur Wartezeit sind dementsprechend nicht möglich.

Assistenzhunde werden direkt für ihre spezifischen KlientInnen ausgesucht und ausgebildet. Diese Spezialausbildung beginnt, nachdem der Hund den großen Gesundheitscheck bestanden hat und seine individuellen Wesenszüge erkennbar sind (ca. 1 Jahr alt), und dauert ca. 6-8 Monate.
Darauf folgt eine mehrwöchige Einweisung und schließlich die Gespannprüfung.

Oft muss von den AusbilderInnen erst Nachwuchs aufgezogen werden und es gibt keine Garantie, dass dieser später für die Assistenzhund-Ausbildung geeignet ist.

Eine realistische Erwartung ist darum zurzeit leider eine Wartezeit von mehreren Jahren. Wir hoffen, unser Netzwerk von AusbilderInnen zügig ausbauen zu können, um den Bedarf in steigendem Maße zu decken.

Bis 2025 haben wir uns zum Ziel gesetzt, einhundert Assistenzhundteams gefördert zu haben.

Sie können ihre Vorlieben gerne mit potentiellen AusbilderInnen besprechen. Unsere AusbilderInnen haben mehrjährige Erfahrung mit der Ausbildung sowie Auswahl bzw. Zucht von Assistenzhunden.

Sie können darauf vertrauen, dass unsere AusbilderInnen Sie bestmöglich beraten werden. Ist es für Sie von großer Wichtigkeit, einen Assistenzhund einer bestimmten Rasse zu haben, müssen Sie evtl. mit verlängerter Wartezeit und einer aufwändigeren Suche nach dem richtigen Ausbilder rechnen.

Ultimativ ist die Persönlichkeit und Gesundheit des Hundes wichtiger als seine Rasse. Erfahrene AusbilderInnen kaufen in der Regel aus Zuchtlinien, bei denen die Elterntiere gewisse Wesenszüge aufweisen, und die Gesundheit der Ahnen nachweisbar ist. Sie werden daher Anfragen für gewissen Rassen nur berücksichtigen können, wenn sie entsprechende Züchter an der Hand haben.

Unsere Assistenzhundteams werden lebenslang von unseren AusbilderInnen betreut.

Ein Hund als Lebewesen verändert sich ja, genauso wie „sein“ Mensch. Darum ist es wichtig, dass die Ausbildung im Team immer fortgeführt wird. Sollten Sie dabei später Hilfe brauchen, so steht Ihnen Ihre AusbilderIn dabei unbürokratisch zur Seite.

Unsere AusbilderInnen erhalten von uns eine jährliche Pauschale, die es ihnen ermöglicht, in lockerem Kontakt mit Ihnen zu bleiben und wenn nötig auch einmal kurzfristig einzuspringen.

So können Sie darauf vertrauen, dass Sie stets in Ihren Fragen und Problemen unterstützt werden.

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